Atom-Heuchelei

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Aktuelle Nachrichten

Die Berichterstattung über das Drama in den japanischen Fukushima-Reaktoren erreicht hysterische Ausmaße. Wie immer ganz vorne ist Spiegel Online mit der Headline „Japan erlebt eine nukleare Katastrophe„. In Foren vermehren sich die erhobenen Zeigefinger exponentiell. Japan wird geraten, jetzt aber schleunigst auf andere Energiequellen umzusteigen, wie könne man nur so blöd sein im Erdbebengebiet AKW zu bauen usw usf.

Ich denke, die Japaner haben ganz bewußt auf AKW gesetzt (im Wissen um das Risiko), und ich glaube auch, dass es ihr gutes Recht ist, alle 100-200 Jahre Teile ihrer eigenen Insel (Stichpunkt nationale Souveränität) atomar zu verseuchen, solange es ihre Energieautonomie sichert und der Dreck nicht den ganzen Pazifikraum versucht. In Europa liegt der Fall anders: viele AKW hier sind vom verbauten Reaktortyp her im Gegensatz zum japanischen Druckwasserreaktor im Falle einer Kernschmelze echte Dreckschleudern, die ihre Strahlung je nach Windrichtung schön über ganz Europa verteilen würden. Wenn wir also schon rummeckern wollen, dann doch bitte über die Lage vor der eigenen Haustür, gerne auch über russische Atom-Uboote, die Reaktoren im Problemfall gerne mal im Meer… „ablassen“ – aber lasst uns bitte die Japaner in Ruhe lassen.

UPDATE 12:01, 12.03.: Wenn die Apokalyptiker im Gelben Forum Recht behalten (= weltweiter Fallout trotz „sicherem“ Druckwasserreaktor) ist mein obiger Kommentar zur Lage natürlich total hinfällig.

UPDATE 10:13, 13.03.; Lübberding und Hütt machen bei Weissgarnix einen interessanten Punkt: sollte Tokio verstrahlt werden, hätte das für die Weltwirtschaft verheerende Folgen. So gesehen gibt es heute keinen Inselstaat Japan mehr, der sich souverän verstrahlen darf… sondern nur noch tiefe globale Vernetzung. „Too big to strahl“, wenn man so will.

4 Gedanken zu „Atom-Heuchelei

  1. Pingback: blue ofica
  2. Pingback: alkaline water
  3. Pingback: hay day tips

Kommentare sind geschlossen.