Kurzweiliges Mafo-Bashing

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Link des Tages, Stand der Marktforschung, Uncategorized

Sorry für die lange Sendepause im Blog – unsere Tochter Jula wurde geboren, und das hält einen natürlich ganz schön auf Trab, ist aber auch das absolut Sinnvollste und Glücksstiftendste, was man mit Mitte 30 so anstellen kann.

Gewissermaßen als Einstiegsartikel mal wieder ein Lesetip: Bob Lutz, „Car guys vs bean counters – the battle for the soul of American business“. Bob Lutz war lange Jahre VP von General Motors, und wettert in seinem sehr kurzweiligen Buch über die Unfähigkeit der (öko-vernarrten, linksliberalen) amerikanischen Regierung, über die bösen Japaner, über die „global warming Lüge“… und über Marktforschung. Marktforschung, vor allem in ihrer Manifestation als Fokusgruppe, ist in Lutz‘ Weltbild in etwa so eklig wie Marketing, Controlling, „Portfoliomanagement“ oder andere Ausgeburten von Shampooverkäufern. Schließlich würden die Leistung die „car guys“ erbringen, die Ingenieure mit Benzin im Blut – nur um dann von Fokusgruppen (und den „bean counters“ der Marktforschung) vorgeschrieben zu bekommen, wie viele Inches der Innenraum haben dürfte, und dann mit diesem weichgespülten (oder auch missgestalteten…) Wunschprodukt grandios zu scheitern.

Der berüchtige Pontiac Aztek

Da musste ich schmunzeln. Den Vorwurf kennt man ja als Marktforscher zur Genüge – viel lustiger finde ich, dass es sie auch innerhalb von Marktforschungsfirmen gibt, die Unterscheidung von „bean counters“ (nervige, bremsende, obskure Unternehmensfunktionen, vorzugsweise aus dem Finanzbereich) und „research guys“ (für das Thema brennende Experten, methodisch gewitzt, kreativ usw.) Wir haben es hier also einfach mit einem Freund-Feind-Evergreen aus der Welt großer, immobil gewordener Unternehmen zu tun. Wer kurzweilig unterhalten werden möchte, und sich schon immer fragte, wie der Pontiac Aztec (s.o.) das Licht der Welt erblicken konnte – enjoy this book.